Donnerstag 7. Mai 2026 (9.00 bis 16.00 Uhr)
Sozialstaatsreform: Was bedeutet der Umbau des Sozialstaats für die Sozialarbeit?
Die Vorschläge der Sozialstaatsreform beinhaltet einerseits die Zusammenlegung verschiedener Sozialleistungen, andererseits eine Digitalisierung der Leistungserbringung. Standardisierungen und Pauschalisierungen sollen zu einem zukunftssicheren Sozialstaat führen.
Ausgangspunkt der Sozialstaatsreform ist kein Wandel der »sozialen Konstruktion sozialer Probleme«. Nicht die Feststellung neuer sozialer Probleme, denen die bisherigen sozialen Sicherungssystem nicht gerecht werden, ist Ausgangspunkt der Sozialstaatsreform, sondern es ist die verwaltungstechnische Organisation der Sozialverwaltung, die zum Problem gemacht wird.
Die Problemdiskussion wird hauptsächlich durch die Herausforderung der Digitalisierung vorangetrieben. Dass digitalisiert werden muss, wird vorausgesetzt. Die Digitalisierung ist dabei durchaus widersprüchlich: Einerseits gilt sie als Bürokratiebremser, indem sie fordert, dass Gesetze einfacher im Sinne eines Digital-Cheks werden, andererseits stützen KI-Anwendungen bürokratische Verfahren.
Die Perspektive der Sozialen Arbeit spielt in der aktuellen Diskussion allenfalls eine untergeordnete Rolle.
In dem Seminar stelle ich zunächst Grundzüge der Diskussion um eine Sozialstaatsreform dar. Wichtige Impulse, wie Gutachten des Nationalen Kontrollrats, werden dargestellt. Ebenso stelle ich die Positionen wichtiger Akteure vor, die hier aktiv beteiligt sind, vor. Mit der Diskussion um eine Sozialstaatsreform werden nicht politische Definitionen sozialer Probleme verhandelt. Sie zielt auf die Organisation der sozialen Hilfen. Das ist der große Unterschied zur Hartz-Kommission, die aufgrund der Beschreibung eines sozialen Problems der schlechten Integration von Arbeitslosen eine Organisationsreform einforderte.
Das Seminar wird als Workshop konzipiert. Ich gebe kurze Impulse zum Diskussionstand und den Facetten der Sozialstaatsreform.
Das Seminar richtet sich an Praktiker*innen der Sozialen Arbeit und an Führungskräfte der freien Wohlfahrtpflege.
Weitere Informationen zum Workshop werden im ersten Quartal 2026 folgen.
Online über Zoom von 9.00 bis 16.00 Uhr
Kosten: 145 Euro (umsatzsteuerbefreit)
Anmeldung formlos per E-Mail an bernd.eckhardt@sozialrecht-justament.de